Die mit der friedlichen Revolution verbundenen weitreichenden politischen und gesellschaftlichen Veränderungen wirkten sich ganz erheblich auch auf die Schwarzenberger EOS aus. Vieles von dem, was zu Beginn des Schuljahres 1989 noch selbstverständlich gewesen war, hatte wenige Monate später keine Bedeutung mehr: Das Fach Staatsbürgerkunde und der Samstagsunterricht waren eingestellt worden, die Schulparteiorganisation der SED, die Grundorganisation der FDJ und die DSF-Schulgruppe hatten sich aufgelöst, der Schulleiter war abberufen worden und innerhalb kürzester Zeit waren Beziehungen mit dem Gymnasium im fränkischen Wunsiedel geknüpft worden. Mit der Umwandlung der Erweiterten Oberschule in ein Gymnasium – und der damit verbundenen Unterbringung und Beschulung von acht anstelle von zuvor nur zwei Schülerjahrgängen – stand eine der größten Herausforderung dieser Zeit noch bevor.
Einige Schülerinnen und Schüler nutzten die neu gewonnenen Freiheiten im Land und in der Schule, um eine Schülerzeitung auf die Beine zu stellen. Die erste Ausgabe der „Penne-News“ mit acht Seiten erschien im Januar 1991, einige Monate später hatte sich der Umfang bereits verdoppelt. Die Auflage von 100 Stück war häufig schnell vergriffen, was dem günstigen Preis (50 Pfennige) und der Vielzahl an Themen geschuldet war. Im Mai 1991 berichtete auch die „Freie Presse“, für die in den 1980er-Jahren bereits eine Schülerredaktion mit Mitgliedern aus der Schwarzenberger EOS geschrieben hatte, über die „Penne-News“:
Die Themen sind vielseitig und schülergemäß. So wird in der April-Ausgabe unter anderem die Umfrage nach dem „unausgeschlafensten Lehrer der Schule“ ausgewertet. Auf zwei Seiten werden die Leser über sportliche Aktivitäten informiert, es gibt Umwelt-Infos, Comics, und unter den richtigen Lösungen des Kreuzworträtsels wird erstmals ein Gewinner ermittelt, der ein Kreuzworträtsellexikon erhält.
Wenig später taufte die Redaktion die Schülerzeitung in „Brechtreiz“ um, gab ihr ein moderneres Design, erweiterte ihren Umfang auf 20 und bis Jahresende auf fast 30 Seiten.
Was einige Schülerinnen und Schüler 1990 mit bescheidenen Mitteln und großem Enthusiasmus begonnen haben, lebt in „Brechtiges“, dem Schülermagazin des Bertolt-Brecht-Gymnasiums, bis heute fort. Wenn auch eine PDF-Datei auf den Bildschirmen von Handys, Tablets oder Laptop längst das Papierformat ersetzt hat, ist die Faszination am Journalismus an unserer Schule auch 35 Jahre später noch deutlich zu vernehmen. Die aktuelle Ausgabe und weitere Neuigkeiten sind auf brechtiges.de zu finden.